Was gibt es schöneres als an einem warmen, sonnigen Tag zu segeln? Leider sind diese Tage an Nord- und Ostsee nicht so häufig wie mir lieb wäre. Die Saison dauert nur wenige Monate. Da ich nicht gerade nah am Boot wohne, bleibe ich auch häufig über Nacht. Ich habe schon so einige Nächte bei Temperaturen nahe oder auch unter dem Gefrierpunkt in meinem Schlafsack gelegen und von einer Heizung geträumt. Heizlüfter, oder ähnliches habe ich natürlich probiert, letztlich bleiben es aber provisorische Lösungen. Das Problem damit ist das die warme Luft nicht dorthin kommt wo ich sie brauche. Die eine Ecke wird sehr warm, die andere bleibt kalt. Es hilft alles nichts, eine Standheizung muss her.
Was gibt es für Sorten, welche Leistung brauche ich, wie baue ich es ein, wohin mit den Warmluftrohren, passt das überhaupt? Fragen, über Fragen und nur wenige Antworten. Ich habe erstmal versucht so viel wie möglich zu lesen um etwas Licht ins dunkle zu bringen. Auf ein paar Fragen fand ich aber keine zufriedenstellende Antwort. Beispielsweise wo soll die Heizung selbst eingebaut werden? Viel Platz ist nicht gerade übrig, es ist ja eher ein kleines Boot. Als Einbauort fiel die Wahl auf den Motorraum. Da ist es eh warm und Platz ist noch reichlich vorhanden.

Als Nächstes sollte die Heizung selbst erworben werden. Meine Wahl fiel auf eine Autotherm 44d. Wie der Name schon vermuten lässt, bietet die 4kW Heizleistung. Etwas viel, aber es schadet nicht eine Leistungsreserve zu haben. Einziger Nachteil sind die dicken Warmluftrohre die ich irgendwo verstecken muss. Ich habe ich also erstmal im Motorraum meine neue Standheizung eingebaut. Ein einzelner Warmluftauslass neben der Treppe war erstmal genug. Zum Ausprobieren reicht das allemal. Das große Problem war das Abgasrohr. Das Teil wird im Betrieb sehr heiß und es ist ein weiter Weg bis zum Auspuff am Heck. Irgendwie gelangte immer etwas Abgas in die Kabine. Vermutlich sind drei Meter zu viel für das Abgas, außerdem war der Höhenunterschied nicht optimal. Motorraum war also nicht so toll. Wo war sonst noch Platz?



In der Backskiste im Cockpit fand ich einen neuen Ort. Nicht perfekt, aber immerhin war da noch genug Platz. Das Abgasproblem war so gelöst und ich konnte mich um die Verlegung der Warmluftrohre kümmern. Die Frischluft wird im Cockpit angesaugt, dann erwärmt und über mittlerweile fünf Düsen verteilt. Irgendwie war noch Platz für die immerhin 90mm dicken Flexrohre. Weiter vorn verjüngt sich das Rohr auf 60mm und schließlich auf nur noch 50mm.

Der Stromverbrauch ist nicht ohne. Beim starten braucht die Heizung über 5A, im Betrieb noch 2-3A. Zu viel für meine kleine Batterie, aber kein Problem wenn Landstrom verfügbar ist.


Endlich ist es schön warm in jeder Ecke. Die Lautstärke ist vergleichbar mit der in einem Auto, wenn die Heizung läuft. Vielleicht baue ich irgendwann noch einen Schalldämpfer ein. Im letzten Winter habe ich schon den Test gemacht wie effektiv ich die Kabine aufwärmen kann. Es dauert etwa eine halbe Stunde um von 5°C auf über 20°C zu heizen. Ich bin zufrieden!