Polster und Wandpaneele

Die alten Polster und Wandpaneele sind fast alle noch original von 1978 gewesen. Erstaunlich wie gut es all die Jahrzehnte überstanden hat. Trotzdem wird es Zeit für ein Refit. Der Schaumstoff ist doch schon recht weich geworden, was beim schlafen nicht sehr bequem ist. Die Wandpaneele sind zwar noch in Ordnung, aber das dunkle braun macht den Innenraum düster und wenig einladend.

Vorschiffkoje vorher

Die Polster sollen neue Bezüge aus schwarzem Kunstleder bekommen und eine Füllung aus Kaltschaum. Die Wandpaneele werden mit Kunstleder in hellem Beige neu bezogen.

Neue Füllungen aus Kaltschaum

Die ersten Polsterbezüge wurden noch mit schwarzer imprägnierter Baumwolle ersetzt. Doch schon nach zwei Saisons zeigten sich Stockflecken und Ansätze von Schimmel. Diese Bezüge müssten also ein zweites Mal neu genäht werden. Waschen reicht aber im Moment aus. Es war nie als permanente Lösung gedacht, sondern als schnelle und preiswerte Lösung. Die Bezüge der Sitzecke waren nicht mehr original und mit keinem bootstauglichen Stoff bezogen.

Weil ich selbst danach gesucht aber nichts gefunden habe, habe ich mal die Polster der V-Koje und der Hundekoje vermessen und fotografiert. So bekommt man auch eine Vorstellung von den Platzverhältnissen beim schlafen.

Die Wandpaneele sind aus Sperrholz gemacht und mit Kunstleder überzogen. Erst wollte ich das Holz auch tauschen, aber es ist noch in gutem Zustand. Ich habe also nur das alte Leder entfernt. Das neue Leder ist beiges Kunstleder das abrieb- und seewasserfest ist. Erst wollte ich kaschiertes Kunstleder nehmen, aber der Schaumstoffrücken lässt sich nur schlecht kleben. Mit dem Sprühkleber musste ich auch rumprobieren. Nur eine Sorte hielt auch wirklich. Für schwierige Ecken habe ich Pattex Kontaktkleber verwendet. Hält voll Bombe. Die Klebetechnik war auch so ein Thema für sich. Soll das Holz oder das Leder unten sein? Vermutlich eine Glaubensfrage. Ich habe mich für Leder unten entschieden und bin mit dem Ergebnis zufrieden.

Der Einbau ging schnell und problemlos. Statt der Kaschierung, die Kälte- und Schallisolierung sein sollte, habe ich hinter die Paneele 6mm Armaflex geklebt. Im nächsten Winter werde ich merken ob es was bringt.

Neue Paneele, alte Polster
Neues Paneel, neue Polster

6 Kommentare zu „Polster und Wandpaneele

  1. Ahoi!

    Dein Boot kommt mir sehr bekannt vor. Ich bin mir fast sicher, dass ich auf diesem Anfang der 1980er Jahre u.a. nach Anholt, Kopenhagen und Bornholm gesegelt bin. Hast Du eine Segelnummer von dem Schiff? Möglicherweise kann ich zur Geschichte einiges beitragen. Teilweise mit Originalunterlagen.

    Gruß
    AJ

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    1. Muss ich mal raussuchen. Ein paar Unterlagen habe ich noch. Die Baunummer ist 561 Baujahr 77. Auf den Segeln steht 184L oder I84L. Es lag viele Jahre in Uetersen in einem Segelverein und hieß „Kutter 3“. Was davor war weiß ich nicht.

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      1. Hallo,
        es ist tatsächlich unser altes Boot. Mein Vater kaufte es um 1980-81 von einem Eigner aus Nordenham. Wir holten es dann nach Rendsburg, wo es im Winterlager immer in unserem Vorgarten stand. Während der Saison lag das Boot für 5 Jahre in Schleswig am Wikingturm. Später, ab Mitte der 1980er Jahre lag es dann in Damp 2000. Interessant war damals der Volvo Penta Einbaudiesel, der bei diesem Schiffstyp relativ selten war. Das Gläserregal, die Tür zum Vorschiff (Der Krängungsmesser an der Tür stammt übrigens noch von unserem ersten Boot;-) ) und die Abdeckplatten für die Seitenschapps baute mein Vater damals selbst. Ebenfalls ließ er sich einen Bliester für das Boot anfertigen. Der Vorbesitzer hatte das gesamte Boot übrigens von innen mit einem „Gummihimmel“ ausgestattet, der gemäß der Bilder entfernt wurde. Vom Vorbesitzer stammte ebenfalls die „Wurstbude“, eine Persenning, die das gesamte Cockpit im Hafenbetrieb bei schlechtem Wetter abdeckte. Ist die noch vorhanden? Ende der 1980er Jahre, ich glaube es war 1988, haben meine Eltern TALPIN dann verkauft und sich ein neues Boot angeschafft.

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      2. Sehr interessant. Der Volvo soll diesen Winter zur Werft. Die Dichtungen müssen neu gemacht werden. Was offenbar alle Vorbesitzer versäumt haben ist, die Manschette vom Saildrive zu tauschen. Das Gläserregal hab ich erst restauriert, war schon etwas kaputt. Ich hab das Boot mit dem Namen „Blondie“ übernommen, vorher hieß es wohl „Kutter 3“, wegen der drei Söhne des Eigners. Mehr konnte mir der Vorbesitzer auch nicht darüber erzählen. Lag die ganzen Jahre in einem Segelverein bei Uetersen. Ich hätte nicht gedacht das der merkwürdige Stoff am Himmel schon so lange drin war. Musste raus weil er schon etwas gammlig war, vor allem vorn war Schimmel. Die Entfernung des Klebers ist nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig, bin aber fast fertig. Die Kuchenbude gibt es noch, aber ich glaube die ist nicht mehr original. Der Vorbesitzer hat erwähnt dass er die erneuern lassen hat. Kuchenbude und Sprayhood sind vom selben Segelmacher. Irgendwann muss auch ein Seeklo eingebaut gewesen sein. Die Borddurchlässe waren noch da. Drinnen war nur ein Chemieklo. Schön dass ich jetzt so viel über die Vorgeschichte des Bootes weiß. Dachte schon die Geschichte bleibt für immer im Dunkeln.

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  2. Das Boot kauften meine Eltern aus erster Hand von einem Ehepaar Zimmer aus Nordenham. Damals hieß es DWARSLÖPER, also plattdeutsch Krebs. Bei uns erhielt es den Namen TALPIN, der von einem kleinen italienischen Spitz stammte, der Freunden aus der italienisch sprechenden Schweiz gehörte. Der Name bedeutet soviel wie Maulwurf oder Maulwürfchen. Als das Boot in unseren Besitz kam, war lediglich eine Chemietoilette vorhanden, welche stets auf See entleert wurde. Damals ging sowas noch. Nach circa 2 Jahren baute mein Vater ein Pumpklo ein, welches mangels eines Schmutzwassertanks allerdings nur auf See benutzt wurde. Die Manschette des Saildrives wurde bei uns mindestens einmal erneuert. Große Pflege erhielt auch der Faltpropeller. Eine Zeit lang gab es Probleme mit der Motorkühlung, was ich später allerdings beheben konnte. Es lag am Impeller, der verschlissen war. Eingebaut waren im Cockpit links und rechts des Schotts beim Niedergang ein Sumlog und auf der anderen Seite ein Kompass. Beides scheint mittlerweile modernerer Technik gewichen zu sein. Ein damals gängiges Echolot war Backbord innenseitig neben dem Niedergang installiert und ausklappbar, so dass man bei Revierfahrt oder nachts loten konnte. Zum Betrieb war innen eine 12V Steckdose eingebaut. Bei einem Anlegemanöver eines Bekannten vor Thunö fuhr dieser uns eine der mittigen Relingstützen ab. Möglicherweise ist dies, es müsste steuerbords gewesen sein, heute noch sichtbar. Es wurde mittels GFK und Gelcoat repariert.
    Nachdem mein Vater vergangenes Jahr zu Weihnachten verstarb, haben wir sein Büro ausgeräumt. Dabei sind uns jede Menge Unterlagen und Rechnungen von dem Schiff in die Finger gekommen, die wir leider entsorgt haben. Möglicherweise wäre dies für Sie interessant gewesen, um nachvollziehen zu können, was alles von uns erneuert oder angeschafft wurde. Bilder von damals gibt es noch. Ich werde einmal schauen, ob sich was finden läßt.

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    1. Das Echolot und das Log waren leider kaputt, deshalb habe ich einen modernen Chartplotter installiert. Der Kompass war auch nicht zu retten. Er hatte schon zu viel Flüssigkeit verloren. Die kleine Steckdose gibt es noch, aber nicht mehr lange. Ich wusste auch nichts von einem Faltpropeller. Ich habe das Boot mit einen feststehenden Zweiblattpropeller übernommen. Einen passenden Faltpropeller habe ich schon im Keller aber hatte noch keine Gelegenheit ihn zu installieren. Wenn es noch alte Fotos oder Unterlagen gibt würde mich das natürlich sehr interessieren. Vielen Dank für die vielen spannenden Informationen.

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